Jedermann

Jedermann

(Hugo von Hofmannsthal)

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Theaterstück (Tragödie), 94 Seiten

Schauplatz Salzburg. Jedermann, ein wohlhabender und selbstgerechter Charakter, lässt sein Vermögen für sich arbeiten und begegnet anderer Leute Geldsorgen mit verständnislosem Schulterzucken. Bis zu jenem Tag, an dem ihm der Tod einen Besuch abstattet: Eine Stunde bleibt Jedermann, sich eine Begleitung für seine letzte Anhörung vor Gott dem Allmächtigen zu suchen.

Und siehe da, kaum sind Wohlstand und glitzernde Zukunftsvisionen verpufft, gehen mit ihnen auch sämtliche „treuen“ Freunde, Bekannte und Verwandte. Die einzigen, die Jedermann noch bleiben, sind die Gefährten „Werke“ und „Glaube“, die er sein Lebtag lang schmählicher Vernachlässigung ausgesetzt hat…

Hugo von Hofmannsthal versucht mit seiner Figur des Jedermann offensichtlich eine Art Bildungsauftrag zu erfüllen: Was am Ende des Lebens zählt ist das, was man erreicht und woran man geglaubt hat. An sich eine gute Sache. Leider lässt Hofmannsthal seine Hauptfigur am Schluss des Buchs eine allzu rasante Kehrtwende einlegen, sodass das Gefühl entsteht, Jedermanns Sinneswandel geschehe mehr aus der Not heraus. Nicht sehr authentisch.

Die kostengünstige Variante für alle, die sich keine Salzburger Festspiele leisten können.