Zauberhaft?

Harry Potter und das verwunschene Kind

(J. K. Rowling)

***

Theaterstück, 336 Seiten

An die liebe Harry Potter Fan-Gemeinde: Was ist eure Meinung zum nun vielleicht endgültig letzten Harry-Potter Abenteuer?

Drei Lektionen, die ich während des Lesens über das Buch gelernt habe:

Lektion Nr. 1:

Nicht vom Cover täuschen lassen. Wenn man also mal angenommen den typischen Roman in üblicher J. K. Rowling-Manier inklusive ihrer grandiosen Erzählweise erwartet, gerne in fantastisch beschriebene Welten eintaucht und plötzlich ein etwas ungewöhnlich anmutendes Schriftstück voller Dialoge vorfindet (auch bekannt unter dem Namen Theaterstück) – ja, ihr haltet das richtige Buch in Händen und nein das gibt’s nicht „irgendwie normal geschrieben“.

Lektion Nr. 2:

Nicht vom Titel irritieren lassen. Wer berechtigterweise meint, Hauptperson sei weiterhin Harry Potter (wäre nach sieben Vorgänger-Bänden beinahe anzunehmen), der liegt falsch: Was von Harry Potter bleibt, ist mancherorts lediglich sein unfassbar modisches Gespür für Brillenfassungen. Die Rolle des Hauptcharakters übernimmt Albus Severus Potter, dessen Sohn, den neben seinem Namen (persönliche Meinung der Verfasserin) noch ganz andere Teenie-Probleme plagen.

Lektion Nr. 3:

Man nehme sämtliche ehemaligen Charaktere und alles wofür die Geschichten rund um Harry Potter jemals gestanden haben, verdrehe alles ins komplette Gegenteil, würze mit einer Prise Dramaturgie et voilá – haben wir ein völlig neues, überraschend begeisterndes und erfrischendes Setting für einen weiteren erfolgreichen Harry Potter Band. Das war vermutlich der Plan. Wenn es denn nur so einfach wäre.

An alle Hogwarts-Liebhaber, die gleichzeitig Theater mögen – stürmet die Buchläden. Für alle von euch, die einen Narren an den „Original-Romanen“ gefressen haben, wird dieses Buch wohl eher eine künstliche Verlängerung der Geschichte sein…