Geschenkt

Daniel Glattauer

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Roman, 336 Seiten

„Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung und auch sonst war sein Leben bislang frei von Höhepunkten.“

Auf ironische Art und Weise skizziert Glauttauer das Leben von Gerold, dem ewigen Versager, der seit 45 Jahren nichts auf die Reihe bringt und nur in einer einzigen Angelegenheit absolut verlässlich ist: nämlich eine permanente Enttäuschung für sein soziales Umfeld zu sein. Gerold betreut in der Zeitung die Bunten Meldungen im Sozialbereich sowie die Leserbriefe. Wenn man also den lieben langen Tag bedrucktes Klopapier produziert, darf eine Prise schwarzen Humors nicht fehlen.

Sich seiner zahlreichen Schwächen durchaus bewusst wurschtelt sich Gerold durch sein Leben und wird eines Tages mit seinem Sohn konfrontiert, von dem er 14 Jahre nichts wusste und dessen Mutter nun für ein halbes Jahr nach Afrika auswandert. Praktischerweise gibt es ja Gerold, der zwar von vornherein für die Vaterrolle als ungeeignet befunden wurde aber als Hausaufgaben- und Nachmittagsaufsicht in ihrer Notlage dann doch in Frage kommt.

Als sich schließlich auch noch ein anonymer Spender Gerolds Bunte Meldungen zum Anlass nimmt, um Bedürftigen unter die Arme zu greifen, wird Gerolds Alltag plötzlich mit einer Lebendigkeit und Spannung erfüllt, die ihm absolut suspekt erscheint.

Besonders zu beobachten war vor allem die Entwicklung von Gerold: Von einem Einzelgänger, der sich vor nichts und niemandem zu verantworten braucht und keinerlei Ansprüche an sich selbst kennt hin zu einem Mann, der plötzlich Vater ist und mit völlig ungeahnten Erwartungen konfrontiert wird.

Weitere Bücher von Daniel Glattauer: Der Weihnachtshund, Ewig Dein.