Golden House

(Salman Rushdie)

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Roman, 511 Seiten

Gebt mir eine kupferne Münze, und ich erzähle euch eine goldene Geschichte.
(Ruf der Geschichtenerzähler auf den Straßen im alten Rom, zitiert von Plinius.)

Nero Golden lebt in seiner selbst geschaffenen Blase aus Reichtum, Macht und einem Hauch herabwürdigender Arroganz. Doch obwohl in Goldens Haus alles nur so funkelt und schimmert, versteckt sich hinter der Fassade eine traurige Geschichte vom Verlust geliebter Menschen und vom Verlust der Heimat.

Woher Goldens Familie kommt, darf niemand erfahren. Die Heimat wurde mit dem Umzug nach New York aus ihren Gesprächen und Gedanken verbannt. Was zählt, ist das Hier und Jetzt. Ein neues Leben und Lieben in dieser großen Stadt der vermeintlich ungeahnten Möglichkeiten. Der amerikanische Traum, vom Tellerwäscher zum Millionär, hat für die Goldens keine Bedeutung. Sie hatten ihren Reichtum bereits im Handgepäck, doch mit ihm auch ein Stück der Vergangenheit, die trotz meilenweiter Reise an der Familie haftet.

Renés Traum ist es, eines Tages einen hocherfolgreichen Film zu drehen – sein eigenes Meisterwerk, das ihn in der Filmbranche etablieren soll. Was ihm fehlt, ist diese eine Geschichte, die es wert ist, all sein Herzblut zu investieren. Als der geheimnisvolle Nero Golden mit seinen drei Söhnen im Nachbarshaus einzieht, wittert René die Story, auf die er schon sein Leben lang hat.

Salman Rushdie macht Wörter lebendig. Seine einzigartige Erzählweise mit Perspektivenwechsel und einigen stilistischen Extravaganzen verwandelt „Golden House“ in eine absolut kurzweilige Geschichte, mit viel Drama, Schmerz und einigen Passagen zum Nachdenken. Brandaktuell sind auch die Anspielungen auf (vor allem amerikanische) Politik, das Buch wurde im Jahr 2017 veröffentlicht.

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