Memoiren einer Allergikerin | Teil 3

Abschluss einer Metamorphose

Wir haben nun bereits alles über Taschentuch-Gebrauch, den Vorteil von Zupftaschentuchboxen und die Verwendung einer Pollen-App gelernt. Doch der wahre Allergiker zählt noch viele weitere unverzichtbare Utensilien zu seinem Standard Equipment:

#1: Der Nasenspray: Am angenehmsten sind jene Nasensprays, die von der Apothekerin als pflanzlich aber „höchst wirkungsvoll und allseits empfohlen“ beschrieben werden. Was übersetzt so viel heißt wie: Empfohlen hat sie lediglich die Marketingabteilung des Herstellers und deshalb kannst du die 12€ genauso gut in die Tonne kloppen.

#2: Kleine blaue oder weiße Pillen: Bekannt unter dem Fachbegriff „Antihistaminika“ führt der Allergiker sie jede Minute des Tages mit sich, hütet sie wie seinen Augapfel und verteidigt sie – wenn nötig – sogar mit seinem Leben.

#3: Augentropfen, deren fachmännischer Gebrauch dem Allergiker quasi im Blut liegt. Während sich Nicht-Allergiker bei dem bloßen Versuch der Anwendung beinahe das Sehorgan ausstechen, kann der Allergiker Augentropfen sogar im Halbschlaf mitten in der Nacht im Stockdunkeln während eines Erdbebens Stärke 3 mühelos verwenden.

#4: Wattestäbchen sind vor allem für weibliche Allergikerinnen unverzichtbar! Denn wann wäre ein Nieser befreiender, als in dem Moment, wo die Mascara frisch aufgetragen ist? Wer den Smokey-Eye Look komplettieren möchte, kann aber optional natürlich auch gern die Finger benutzen.

#5: Ein permanent kitzelnder, juckender, rot gefärbter Rachen ist ein Geschenk, denn er rechtfertigt den ungebremsten Verzehr Hals beruhigender Bonbons – zu empfehlen sind die mit Salbei. Oder Honig. Oder Gummibärchen.

An alle Allergiker in ihrer Blütezeit (Achtung Wortwitz) – Kopf hoch. Seht eure Allergie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Oder tränenden Auge.
Je nach Saison.

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