Der Report der Magd

Margaret Atwood

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Roman, 412 Seiten
(ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels)

„Der Report der Magd“ von M. Atwood veröffentlicht im April letzten Jahres, ist – wenn man so will – eine moderne Version von „1984“ (George Orwell) und führt uns vor, wie die Welt in wenigen Jahrzehnten aussehen könnte. Ein spannendes Thema; ist es doch immer wieder interessant zu träumen, wo uns die Reise hinführen wird. So versprechen Atwoods Visionen von der Zukunft nichts Gutes: Hier paart sich die atomare Katastrophe mit einem enormen Rückschritt in Sachen Emanzipation und beschert uns keine rosigen Aussichten. Anderweitig besticht der Roman leider ebenfalls wenig, weder in der Art des Spannungsaufbaus noch der Schreibweise – auch auf der Suche nach einer starken bewundernswerten Protagonistin wird man scheitern.

Doch worum geht’s?

In der totalitären Republik Gilead herrschen andere Gesetze: An der Spitze einer typischen Familie steht der Mann des Hauses, der Kommandant, dessen Ehefrau den Haushalt führt während er seinen Geschäften nachgeht. Da jedoch viele Frauen durch eine atomare Seuche unfruchtbar wurden, sind den betreffenden Haushalten sogenannte Mägde zugeteilt, deren Aufgabe im Gebären von Kindern anstelle der Ehefrauen besteht. Auf entwürdigende Art und Weise werden die Mägde missbraucht. Können sie ihre Aufgabe erfüllen, steht die schmerzhafte Trennung vom eigenen Kind bevor; scheitern sie, werden sie in die Kolonien abgeschoben, wo sie ein grausames Schicksal erwartet.

Die Hauptfigur Desfred, Magd des Kommandanten Fred, hat während der Umbruchsphase in diese „neue Welt“ ihren Mann Luke und ihr Kind verloren. Nun fristet sie ihr Dasein als Dienerin, ewig zwiegespalten zwischen der Suche nach einer Suizidgelegenheit und der Suche nach einem Funken Hoffnung, diesem Alptraum zu entkommen.