Kleine Philosophie für Berenike

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Roland Simon-Schaefer

Reclam, 256 Seiten

Seien wir ehrlich: Die Philosophie zählt nicht unbedingt zu den Allgemeininteressen der breiten Masse.

Klar kennt jeder von uns Aristoteles, Platon oder Kant – und das nicht etwa wegen ihres unwiderstehlichen Charmes sondern wegen ihrer Leistungen und Erkenntnisse in der Philosophie. Genauer darf man aber schon nicht mehr nachfragen. Doch warum eigentlich? Philosophieren tun wir schließlich alle ab und zu – wenn der Tag lang ist und uns die Tiefgründigkeit packt.

Doch was tun wir eigentlich beim Philosophieren? Wir denken nach. Um es poetischer auszudrücken: Wir sinnieren. Worüber? Meist über uns. Das Leben. Unser Leben (die Tätigkeit des „Sinnierens“ wird übrigens begünstigt durch das eine oder andere Glas Wein – wobei bei dieser Behauptung die Qualität der Ergebnisse bewusst ausgeklammert wird). Ziel dabei ist grundsätzlich die Erkenntnis – doch meist philosophiert Mensch über Dinge, die er gar nicht erkennen kann. Das Wissen darüber, dass man etwas nicht wissen kann, könnte jedoch auch bereits als Erkenntnis zählen. Hochphilosophisch eben.

Große Stichwörter und zentrale Fragen der Philosophie: Der Sinn des Lebens. Anfang und Ende unseres Universums. Entstehung der Welt. Gibt es einen Gott?

Alles Themen, die der gemeine Philosophie-Student nun nicht unbedingt im Rahmen einer empirischen Studie für seine 40-seitige Bachelor-Arbeit abarbeiten kann – haben sich doch bereits oben genannte Herren an diesen Fragen die Zähne ausgebissen.

KLEINE PHILOSOPHIE FÜR BERENIKE von Simon-Schaefer ist eine umfassende Antwort auf die vielen „Warum-Fragen“ seiner kleinen Tochter Berenike, die der stolze Papa beizeiten leider nicht ad hoc in zufriedenstellender Art und Weise klären konnte.

Auch das Buch selbst hat keine erleuchtenden Antworten auf die Sinnfragen des Lebens parat (um gleich alle gespannten Erwartungshaltungen im Keim zu ersticken). Und dennoch hilft es uns, das Metier der Philosophie in einfachen Worten zu verstehen und regt uns an, wieder ein bisschen mehr nachzudenken. Unser Hirn ist immerhin ein Gebrauchs- und kein Dekorationsgegenstand. Nur manchmal vergessen wir, wo der Einschaltknopf ist.