Montecristo

(Martin Suter)

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Roman, 309 Seiten

Jonas Brand ist Videojournalist aus Verlegenheit. Heißt, nur übergangsmäßig. Bis sich etwas anderes ergibt. Sein großer Traum vom eigenen Hollywoodfilm. Nur für Zwischendurch. Seit sechs Jahren.

Als Jonas einen Selbstmord im Intercity miterlebt, sammelt er dazu Videomaterial. Aufnahmen aus dem Zug. Zeugeninterviews. Das Material verstaubt in seiner Schublade. Genau wie sein großes Filmprojekt „Montecristo“.

Einige Zeit später ereignet sich etwas Außergewöhnliches. Jonas hält zwei Hundert Euro Scheine mit derselben Seriennummer in der Hand. Er ist zwar kein Währungsspezialist, doch dass so etwas eigentlich nicht vorkommen dürfte, ist ihm klar. Er beginnt zu recherchieren. Er beginnt, eine Verbindung herzustellen mit den Ereignissen im Intercity. Er beginnt seine Nase in Dinge zu stecken, die einige Leute lieber privat halten wollen. Mächtige Leute.

Beim Lesen ist mir schließlich aufgefallen, dass ich noch nie ein Buch über Videojournalismus in der Hand hatte. Dadurch hatte das Buch eine witzige Mischung aus Lese- und (wenn auch nur eingebildetem) Fernsehvergnügen. Die Thematik rund um den Zwiespalt zwischen Pressefreiheit/ dem Recht der Öffentlichkeit auf vollständige Berichterstattung und dem Zweifel an möglichen Folgen einer Aufdeckung, persönlichen sowie gesellschaftlichen, hat mir sehr gut gefallen.